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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Einschätzung durch eine Fachkraft vor Ort.

Sicherheitshinweis

Elektrokamin riecht verbrannt

Normaler Einbrenngeruch oder echtes Warnsignal? So unterscheiden Sie beides.

Ein leichter, ungewohnter Geruch beim ersten Einschalten eines Elektrokamins verunsichert viele Nutzer — verständlich, denn ein Elektrogerät, das nach „verbrannt" riecht, klingt zunächst nach einem Problem. In vielen Fällen handelt es sich jedoch um einen bekannten, harmlosen Effekt. Wichtig ist, den normalen Fall vom echten Warnsignal unterscheiden zu können.

Der harmlose Fall: Einbrenngeruch bei neuen Geräten

Bei einem neuen Heizelement können Rückstände aus der Fertigung, Schutzlacke oder Staub aus der Verpackung beim ersten Aufheizen verbrennen und einen schwachen, meist leicht metallischen oder „elektrischen" Geruch erzeugen. Dieser Effekt ist bei vielen elektrischen Heizgeräten bekannt und tritt typischerweise nur in den ersten Betriebsstunden auf. Sorgen Sie in dieser Phase für gute Durchlüftung des Raums, etwa durch ein leicht geöffnetes Fenster, und beobachten Sie, ob der Geruch von Mal zu Mal spürbar schwächer wird.

Der ähnliche Fall: Staub nach längerer Standzeit

Auch bei einem bereits länger genutzten Gerät kann ein ähnlicher Geruch auftreten, wenn es über Wochen oder Monate ungenutzt stand, etwa über den Sommer. In dieser Zeit sammelt sich Staub auf dem Heizelement an, der beim erneuten Aufheizen verbrennt. Auch dieser Effekt ist normalerweise harmlos und klingt nach kurzer Zeit ab. Eine vorsichtige Reinigung der Lüftungsöffnungen vor der Wiederinbetriebnahme kann ihn zusätzlich abmildern — Anleitung dazu in unserem Ratgeber Elektrokamin pflegen und reinigen.

Wann Sie das Gerät sofort ausschalten sollten

Nehmen Sie den Geruch dagegen als stark, beißend oder chemisch wahr, nimmt er über die Betriebszeit nicht ab, oder tritt er zusammen mit sichtbarem Rauch, Funken, ungewöhnlichen Geräuschen oder einer auffällig starken Erwärmung des Gehäuses auf, schalten Sie das Gerät sofort aus und trennen Sie es vom Stromnetz. Das gilt auch, wenn der Geruch bei einem Gerät auftritt, das schon länger unauffällig lief und plötzlich anders riecht als gewohnt.

Nehmen Sie das Gerät in diesem Fall nicht wieder in Betrieb, bevor die Ursache eindeutig geklärt ist. Wenden Sie sich an den Kundenservice des Herstellers oder eine Elektrofachkraft, statt das Gerät selbst zu öffnen oder auf eigene Faust zu reparieren.

Betroffene Modellart macht keinen Unterschied

Der beschriebene Einbrenneffekt betrifft grundsätzlich alle Elektrokamine mit Heizfunktion, unabhängig davon, ob es sich um ein Wand-, Stand- oder Einbaumodell handelt — entscheidend ist allein das neue oder lange ungenutzte Heizelement, nicht die Bauform. Reine Tisch- und Deko-Kamine ohne Heizfunktion kennen diesen Effekt dagegen praktisch nicht, da bei ihnen kein vergleichbares Heizelement verbaut ist.

Sicherung als zusätzliches Warnsignal

Tritt der ungewöhnliche Geruch gemeinsam mit einer ausgelösten Sicherung im Sicherungskasten auf, deutet das auf ein elektrisches Problem hin, das über den harmlosen Einbrenneffekt hinausgeht. Diesen Fall behandelt unser Ratgeber Sicherung fliegt beim Elektrokamin gesondert.

Abgrenzung zu anderen Geruchsquellen im Raum

Nicht jeder wahrgenommene Geruch beim ersten Betrieb stammt zwangsläufig vom Elektrokamin selbst. Frisch montierte Möbel, neue Teppiche oder ein kürzlich frisch gestrichener Kaminmantel können ebenfalls einen ungewohnten Geruch abgeben, der durch die Luftbewegung des Heizlüfters im Raum stärker wahrnehmbar wird. Prüfen Sie im Zweifel, ob der Geruch auch bei ausgeschaltetem Gerät im Raum vorhanden ist, um die tatsächliche Quelle einzugrenzen, bevor Sie das Gerät vorschnell außer Betrieb nehmen.

Vorbeugend handeln bei neuen Geräten

Betreiben Sie ein neues Gerät in den ersten Betriebsstunden nach Möglichkeit in einem gut belüfteten Raum und nicht unbeaufsichtigt über Nacht, bis Sie sich mit dem normalen Verhalten des Geräts vertraut gemacht haben. So erkennen Sie schneller, ob sich der anfängliche Geruch wie erwartet legt oder ob eine genauere Prüfung nötig ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange hält der normale Einbrenngeruch bei einem neuen Gerät an?
Das lässt sich seriös nicht auf eine feste Zeitspanne festlegen, da es vom Modell und der Heizstufe abhängt. Nimmt der Geruch von Betrieb zu Betrieb spürbar ab, deutet das auf einen normalen Einbrennvorgang hin. Bleibt er unverändert stark oder verstärkt er sich, sollten Sie das Gerät ausschalten.
Darf ich das Gerät bei Einbrenngeruch weiterlaufen lassen?
Bei einem schwachen, erkennbar abklingenden Geruch und ansonsten unauffälligem Betrieb sorgen Sie am besten für gute Durchlüftung des Raums und beobachten das Gerät weiter. Bei starkem, beißendem Geruch, sichtbarem Rauch oder ungewöhnlichen Geräuschen schalten Sie sofort ab.
Ist ein Geruch nach langer Standzeit gefährlicher als bei einem neuen Gerät?
Nicht grundsätzlich gefährlicher, aber ernster zu nehmen, da sich in der Standzeit Staub auf dem Heizelement angesammelt haben kann, der beim ersten Aufheizen verbrennt. Lassen Sie den Raum in diesem Fall gut lüften und beobachten Sie, ob der Geruch nach kurzer Zeit nachlässt.