Heizung ausgefallen: Elektrisch überbrücken – so geht's
Wenn die Heizung im Herbst oder Winter ausfällt, zählt zuerst: Ursache klären, Vermieter oder Fachbetrieb informieren und die wichtigsten Räume warm halten. Elektrische Zusatzgeräte können einzelne Zimmer für ein paar Tage überbrücken – aber nur mit klarem Blick auf Sicherheit und Stromkreis.
Erster Schritt
Ursache klären
Strom, Störungsanzeige, Gasgeruch?
Danach
Meldung
Vermieter, Hausverwaltung oder Fachbetrieb
Überbrückung
Einzelne Räume
nicht die ganze Wohnung
Zuerst: Ursache einordnen
- Gasgeruch? Dann keine Schalter betätigen, keine offene Flamme, Fenster öffnen, Wohnung verlassen und den Notruf 112 oder den Störungsdienst des Gasnetzbetreibers rufen. Alles Weitere erst danach.
- Stromausfall im Haus? Dann laufen auch elektrische Heizgeräte nicht; schauen Sie in den Ratgeber Notheizung bei Stromausfall.
- Störungsmeldung am Heizkessel? Notieren Sie Fehlercode oder Anzeige und das Gerätemodell – das beschleunigt die Reparatur.
- Nur eine Heizung bleibt kalt? Das kann ein einzelnes Ventil, Luft im Heizkörper oder Ähnliches sein; der Fall muss nicht gleich einen Ausfall der ganzen Anlage bedeuten.
Wen Sie informieren
Mieter melden den Ausfall unverzüglich dem Vermieter oder der Hausverwaltung, am besten schriftlich (E-Mail oder Brief) und mit Datum, damit der Zeitpunkt dokumentiert ist. Eigentümer rufen den Heizungsfachbetrieb oder den Wartungsdienst. Fragen zu Ansprüchen und Fristen klären Sie bei Bedarf mit dem Mieterverein oder einer Rechtsberatung – hier gibt es keine pauschalen Antworten.
Welche Räume Sie zuerst warm halten
Wärmen Sie nicht die ganze Wohnung, sondern nur das, was Sie nutzen: meist den Raum, in dem Sie sich tagsüber aufhalten, und das Schlafzimmer. Schließen Sie Türen zu den übrigen Räumen und lüften Sie kurz und kräftig statt dauerhaft gekippt. Wärmere Kleidung und Decken sind in jedem Fall die einfachste Ergänzung.
Welche elektrischen Geräte eignen sich zur Überbrückung?
| Gerät | Eignung zur Überbrückung | Hinweis |
|---|---|---|
| Konvektor oder Ölradiator | Gleichmäßige Wärme für länger genutzte Räume | Anlaufzeit bis zur spürbaren Wärme |
| Heizlüfter | Schnelle Wärme für kurze Phasen | Hörbar, Luftzug; nicht unbeaufsichtigt betreiben |
| Infrarotheizung | Gezielte Wärme am Sitzplatz | Wirkt im Strahlungsbereich |
| Heizdecke / Wärmeunterbett | Persönliche Wärme im Bett oder auf dem Sofa | Bei Heizdecken die Anleitung beachten |
Eine Übersicht der Geräteklassen bietet der Ratgeber Elektrische Zusatzheizung; zu Heizdecken und Wärmeunterbetten führt die Kategorie Heizdecken.
Stromkreis und Sicherung beachten
Pro Heizgerät mit hoher Leistung sollte ein eigener Stromkreis zur Verfügung stehen. Zwei starke Geräte im selben Kreis überlasten ihn leicht; das Ergebnis ist eine ausgelöste Sicherung, mitten in der Nacht. Wie Sie Überlast erkennen und vermeiden, steht im Ratgeber Sicherung fliegt raus.
Was kostet die Überbrückung?
Rechenbeispiel mit angenommenem Strompreis von 0,35 € je kWh (Rechenwert, bitte durch Ihren Tarif ersetzen): Ein 2.000-Watt-Gerät, das täglich sechs Stunden mit voller Leistung läuft, verbraucht 2 kW × 6 h = 12 kWh pro Tag und kostet damit 4,20 €. Über drei Tage sind das 36 kWh und 12,60 €; über zwei Wochen 168 kWh und 58,80 €. Mit Thermostat laufen die Geräte nicht durchgehend, die tatsächlichen Kosten fallen dann niedriger aus. Eigene Werte rechnen Sie im Heizkosten-Rechner.
Typische Ursachen eines Heizungsausfalls
Die Gründe sind vielfältig und für Laien selten eindeutig zu erkennen: eine Störung am Brenner oder an der Steuerung, zu niedriger Druck im Heizkreis, Luft im System, ein defekter Temperaturfühler oder eine Umwälzpumpe, die nicht läuft. Bei Öl- oder Pelletheizungen kann auch der Brennstoffvorrat zur Neige gegangen sein. Was Sie selbst prüfen dürfen, steht in der Anleitung Ihrer Anlage (etwa Druckanzeige, Störungsanzeige, Hauptschalter). Eingriffe am Kessel, an Gasleitungen oder im Schaltschrank sind Sache des Fachbetriebs.
Vorbeugen für die nächste Heizperiode
Lassen Sie die Heizung vor der Heizperiode prüfen oder warten – bei Eigentum über den Wartungsvertrag, bei Miete über den Vermieter. Prüfen Sie, ob Ihre elektrischen Notlösungen betriebsbereit sind: Stecker, Kabel, Thermostat und Leistungsstufen. Wer ein Gerät besitzt, das im Herbst zum ersten Mal läuft, sollte es vorher kurz testen und Staub entfernen – dazu der Ratgeber Konvektor riecht verbrannt. Bewahren Sie Belege und Notizen zum Ausfall (Zeitpunkt, Meldung, Reparaturtermin) auf; sie können im Streitfall hilfreich sein.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten
- Grill, Gaskocher und Gas-Heizstrahler im Innenraum: Bei Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid, das geruchlos und lebensgefährlich ist. Solche Geräte gehören nicht in Wohnräume.
- Den Backofen als Heizung: Er ist dafür nicht gebaut.
- Heizgeräte abdecken oder Wäsche darauf trocknen.
- Heizlüfter unbeaufsichtigt über Nacht laufen lassen. Zum Einschlafen kann eine Heizdecke mit Abschaltautomatik das Bett vorwärmen – sie schaltet nach Ablauf der Zeit selbst ab und ist nach Katalogangabe nicht für durchgehende Nachtwärme gedacht; eine Wärmeflasche ist eine weitere Möglichkeit. Details zu Heizdecken im Ratgeber Heizdecke Sicherheit und Abschaltautomatik.
Beispiele aus dem Katalog
Ein Standkonvektor mit Rollen für länger genutzte Räume:
Stiebel Eltron 204450 Konvektor 2 kW mit Rollen
102,71 €
Stand 31.10.2026 · inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versand · maßgeblich ist der aktuelle Preis auf Amazon
Ein Infrarot-Heizpaneel mit Standfüßen für den Sitzplatz:
Kaiser Infrarotheizung 450 W mit Standfüßen und LCD-Display
104,95 €
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Eine Heizdecke mit Abschaltautomatik zum Vorwärmen des Betts oder für das Sofa (sie schaltet nach Zeitablauf ab):
Beurer HD 75 Nordic Heizdecke, kuschelige Wärmedecke in Kunstfelloptik, mit 6 Temperaturstufen, maschinenwaschbar bei 30 °C, Heizdecke mit Abschaltautomatik, beige/braun, 180 x 130 cm
57,99 €
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Sicherheitshinweis
Gas, Holzkohle und Brennstoffe nie in Innenräumen zum Heizen verwenden – Gefahr durch Kohlenmonoxid. Bei Gasgeruch keine Schalter betätigen, Fenster öffnen, Gebäude verlassen und 112 anrufen. Elektrische Heizgeräte nicht abdecken und nicht unbeaufsichtigt betreiben.