Sicherung fliegt bei Elektroheizung raus: Ursachen
Wenn die Sicherung beim Heizen auslöst, ist das meist keine Laune der Technik, sondern ein Schutz: Entweder braucht der Stromkreis mehr Strom, als er liefern darf (Überlast), oder es liegt ein Fehler im Gerät oder in der Leitung vor. Hier lesen Sie, wie Sie beides unterscheiden und was Sie sicher tun können.
Rechenformel
Strom = Leistung ÷ Spannung
2.000 W ÷ 230 V ≈ 8,7 A
Typischer Stromkreis
Häufig 16 A
Angabe steht am Sicherungsautomaten
Nie tun
Sicherung überbrücken
oder durch stärkere ersetzen
Zwei verschiedene Schutzschalter
Im Sicherungskasten arbeiten zwei Arten von Schutzeinrichtungen. Der Leitungsschutzschalter (umgangssprachlich „Sicherung“) schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss. Der FI-Schutzschalter (RCD) reagiert auf Fehlerströme, etwa bei Feuchtigkeit oder Isolationsfehlern, und schützt vor Stromschlag. Löst nur ein einzelner Automat aus, spricht vieles für Überlast oder Kurzschluss; löst der FI aus, lesen Sie den Ratgeber FI-Schalter fliegt raus.
Ursache 1: Überlast durch zu viele Verbraucher
Heizgeräte gehören zu den stärksten Verbrauchern im Haushalt. Der Strom ergibt sich aus Leistung geteilt durch Netzspannung (etwa 230 Volt). Ein typischer Haushaltsstromkreis ist häufig mit 16 Ampere abgesichert; bei älteren Installationen sind auch kleinere Werte möglich. Die tatsächliche Absicherung steht auf dem Schalter im Sicherungskasten.
| Gerät / Kombination | Ungefährer Strom bei 230 V | Einordnung bei 16 A |
|---|---|---|
| Heizlüfter 1.000 W | 1.000 ÷ 230 ≈ 4,3 A | Unkritisch |
| Heizlüfter 2.000 W | 2.000 ÷ 230 ≈ 8,7 A | Belastet den Kreis deutlich |
| Konvektor 2.000 W + Heizlüfter 2.000 W | 4.000 ÷ 230 ≈ 17,4 A | Über 16 A – Auslösen ist zu erwarten |
| Heizlüfter 2.000 W + Wasserkocher 2.000 W | ca. 17,4 A | Ebenfalls über 16 A |
Rechenbeispiele mit angenommener Nennspannung 230 V und angenommener Absicherung 16 A. Die reale Absicherung kann abweichen; sie steht im Sicherungskasten. Hersteller geben die Leistung ihrer Geräte an.
Ein Leitungsschutzschalter löst bei leichter Überlast verzögert aus (unter Umständen erst nach einiger Zeit), bei einem Kurzschluss sofort. Das erklärt, warum die Sicherung manchmal erst nach Minuten fällt, wenn zusätzlich der Wasserkocher läuft.
Was hilft:
- Heizgerät an einen anderen Stromkreis anschließen, etwa in einem anderen Raum. Welche Steckdose zu welcher Sicherung gehört, ermitteln Sie durch Abschalten am Sicherungskasten; Beschriftungen im Kasten können veraltet sein.
- Nur ein Heizgerät mit hoher Leistung pro Stromkreis betreiben.
- Große Verbraucher wie Wasserkocher, Staubsauger oder Backofen nicht gleichzeitig mit Heizgeräten im selben Stromkreis nutzen.
- Ein Gerät mit Leistungsstufen auf niedrigere Stufe stellen. Ein Thermostat reduziert die Zeit, in der das Heizelement an ist.
Ursache 2: Kurzschluss oder Gerätedefekt
Löst die Sicherung sofort beim Einschalten aus – und wiederholt bei genau diesem Gerät, auch wenn sonst nichts am Kreis hängt –, deutet das auf einen Fehler im Gerät hin, zum Beispiel einen Kurzschluss im Kabel, im Stecker oder im Inneren. Sichtbare Schäden an Kabel und Stecker, ein Brandgeruch oder verfärbte Stellen am Gehäuse sind weitere Warnzeichen. In diesem Fall bleibt das Gerät ausgesteckt. Reparieren Sie Netzteile und Heizelemente nicht selbst, sondern wenden Sie sich an Hersteller oder Händler.
Ursache 3: Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdose, Steckdose
- Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen sind für die Leistung von Heizgeräten oft nicht ausgelegt. Prüfen Sie die Angabe zur maximalen Belastbarkeit; eine Kabeltrommel muss vollständig abgerollt werden. Am sichersten ist der direkte Anschluss an die Wandsteckdose.
- Warmer Stecker oder warme Steckdose: Ein schlechter Kontakt kann sich erhitzen. Schalten Sie das Gerät ab und lassen Sie die Steckdose von einem Elektrofachbetrieb prüfen.
- Lockere Steckverbindung im Sicherungskasten kann ebenfalls dazu führen, dass ein Schalter öfter fällt – das ist Sache der Elektrofachkraft.
Schritt für Schritt: So gehen Sie sicher vor
- Heizgerät ausschalten und Netzstecker ziehen.
- Prüfen, ob Kabel und Stecker intakt sind; bei Schäden das Gerät nicht mehr benutzen.
- Alle anderen Geräte des Stromkreises ausschalten oder ausstecken.
- Sicherung wieder einschalten und das Heizgerät allein testen, zunächst auf niedriger Stufe.
- Fällt die Sicherung wieder, Gerät aus dem Betrieb nehmen. Fällt sie nur mit Zusatzverbrauchern, Last verteilen.
- Löst der Automat auch ohne angeschlossene Geräte aus oder immer wieder ohne erkennbaren Grund, rufen Sie einen Elektrofachbetrieb.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
Überbrücken Sie keine Sicherung und ersetzen Sie keinen Automaten durch einen mit höherem Nennstrom, um das Auslösen zu verhindern. Die Leitung in der Wand ist für eine bestimmte Stromstärke ausgelegt; ohne den Schutz kann sie sich überhitzen. Das Heizgerät im Betrieb zu „testen“, bis die Sicherung hält, ist keine Lösung. Arbeiten im Sicherungskasten sind Sache der Elektrofachkraft.
Passendes Gerät mit Leistungsstufen
Wer die Leistung flexibel an den Stromkreis anpassen möchte, kann auf ein Gerät mit mehreren Heizstufen setzen. Dieses Konvektionsgerät bietet laut Titel drei Stufen (0,75 / 1,25 / 2 kW):
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Preis auf Amazon prüfenWelche Leistung Ihr Raum überhaupt braucht, rechnet der Ratgeber Watt pro Quadratmeter berechnen vor. Wenn die Heizung von selbst ausgeht, ist die Ursache oft eine andere: Elektroheizung schaltet ständig ab.
Sicherheitshinweis
Arbeiten an der Elektroinstallation und am Sicherungskasten gehören ausschließlich in die Hände einer Elektrofachkraft. Bei Brandgeruch, Rauch oder Funken: Gerät vom Netz trennen, sofern das gefahrlos möglich ist, und im Notfall 112 anrufen.