Watt pro Quadratmeter berechnen: Heizleistung für Elektroheizungen
Für einen normal gedämmten Wohnraum nutzt man häufig 100 Watt pro Quadratmeter als groben Richtwert: Ein Raum mit 20 m² käme damit auf rund 2.000 Watt. Gut gedämmte Räume brauchen eher weniger, ungedämmte Altbauräume oder Dachgeschosse eher mehr. Hier finden Sie die Formel, eine Tabelle für 10 bis 40 m² und Beispiele für Bad, Gartenhaus und große Räume – als Orientierung für die Geräteauswahl, nicht als Ersatz für eine Heizlastberechnung.
Grober Richtwert
100 W/m²
normal gedämmter Wohnraum
Beispiel: 12 m²
1.200 W
12 m² × 100 W/m²
Genau wird es mit
Heizlastberechnung
durch einen Fachbetrieb
Die Basis-Formel: Watt berechnen
Raumfläche (m²) × Faktor (W/m²) = Heizleistung (Watt)
Als grober Richtwert für normal gedämmte Wohnräume wird häufig 100 W/m² genutzt. Ein Arbeitszimmer mit 15 m² ergibt damit 15 × 100 = 1.500 Watt. Das ist eine Orientierung für die Geräteauswahl, keine Norm und keine Garantie: Wie viel Heizleistung ein Raum wirklich braucht, hängt von Dämmung, Fenstern, Lage, Raumhöhe und der gewünschten Temperatur ab. Eine verbindliche Zahl liefert die Heizlastberechnung nach dem Normverfahren DIN EN 12831, die ein Energieberater oder Heizungsfachbetrieb erstellt.
So gehen Sie vor: Wattbedarf in fünf Schritten
- Fläche messen. Länge mal Breite des Raums in Quadratmetern, z. B. 4 m × 5 m = 20 m².
- Dämmzustand einschätzen. Gut gedämmter Neubau, durchschnittlicher Bestand oder ungedämmter Altbau/Dachgeschoss bestimmen den Faktor (siehe Spannen unten).
- Faktor wählen und multiplizieren. 20 m² × 100 W/m² = 2.000 Watt.
- Besonderheiten aufschlagen. Große Fenster, Nordlage, hohe Decken oder ein Bad, das wärmer gehalten wird, sprechen für eine Reserve.
- Gerät auswählen. Das nächste Gerät aus dem Katalog mit passender Leistung, Thermostat und Überhitzungsschutz wählen – oder zwei Geräte in verschiedenen Stromkreisen kombinieren.
Wattrechner: Heizleistung für Ihren Raum
Geben Sie Länge, Breite, Deckenhöhe und den Dämmzustand ein. Der Rechner nutzt die Richtwerte dieser Seite (60, 100 oder 140 W/m² bei 2,5 Meter Deckenhöhe; bei höheren Decken wird proportional zur Höhe hochgerechnet). Das Ergebnis ist eine Orientierung für die Geräteauswahl, keine Heizlastberechnung.
Faktoren, die die Leistung beeinflussen
Dämmzustand: Grobe Spannen aus der Praxis – gut gedämmte Neubauten liegen eher bei niedrigeren Werten (etwa 50 bis 80 W/m²), durchschnittlich gedämmte Räume um 100 bis 120 W/m², ungedämmte Altbauräume und Dachgeschosse darüber (etwa 120 bis 150 W/m²). Das sind Richtwerte, keine Messwerte.
Fenster: Große Fensterflächen und Einfachverglasung erhöhen den Wärmeverlust. Nach Norden gelegene Räume brauchen eher mehr, Räume mit Sonneneinstrahlung eher weniger.
Raumhöhe: Bei Standardhöhen (rund 2,5 Meter) genügt die Flächenrechnung. Bei deutlich höheren Räumen steigt der Bedarf. Dann rechnen Sie mit dem Raumvolumen: Der Richtwert von 100 W/m² bei 2,5 Meter Höhe entspricht umgerechnet 40 W/m³ (100 ÷ 2,5); die Spanne von 150 W/m² entspricht 60 W/m³.
Außentemperatur: Je kälter es draußen ist, desto mehr Leistung braucht der Raum, um die Wunschtemperatur zu halten. Rechnen Sie für sehr kalte Tage Reserve ein.
Große Räume und Raumhöhe: Rechnung über das Volumen
Bei Decken über etwa 2,5 Metern reicht die Flächenrechnung nicht mehr. Rechnen Sie dann mit dem Raumvolumen, wie im Abschnitt zur Raumhöhe erklärt (100 W/m² bei 2,5 m Höhe entsprechen 40 W/m³).
Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Raum mit 5 m × 6 m (30 m²) und 3 m Deckenhöhe hat 90 m³. Bei 40 W/m³ ergibt das 90 × 40 = 3.600 Watt. Ein einzelner Heizlüfter mit 2.000 Watt liefert davon nur gut die Hälfte; Näheres zu Leistungsgrenzen steht im Abschnitt „Wattzahl und Stromkreis“. Die Rechnung ist wie alle Richtwerte hier eine Orientierung – bei großen Räumen liefert nur die Heizlastberechnung eine belastbare Zahl.
Wie viel Watt für 15, 20, 30 oder 40 Quadratmeter?
Die Tabelle rechnet mit den drei Beispiel-Faktoren aus den Spannen oben (60, 100 und 140 W/m²). Sie zeigt Größenordnungen, nicht den genauen Bedarf Ihres Raums.
| Raumfläche | Gut gedämmt (60 W/m²) | Normal gedämmt (100 W/m²) | Schlecht gedämmt (140 W/m²) |
|---|---|---|---|
| 10 m² | 600 W | 1.000 W | 1.400 W |
| 15 m² | 900 W | 1.500 W | 2.100 W |
| 20 m² | 1.200 W | 2.000 W | 2.800 W |
| 25 m² | 1.500 W | 2.500 W | 3.500 W |
| 30 m² | 1.800 W | 3.000 W | 4.200 W |
| 40 m² | 2.400 W | 4.000 W | 5.600 W |
Heizgeräte gibt es in festen Leistungsstufen; bei einem Wert dazwischen wählen Sie das nächstpassende Gerät oder kombinieren zwei. Ab etwa 3.000 Watt übersteigt der Bedarf die Leistung üblicher steckerfertiger Geräte (siehe unten).
Sonderfälle
Badezimmer: Bäder werden meist wärmer gehalten als andere Räume. Planen Sie deshalb Reserve ein und achten Sie auf die Eignung des Geräts für Feuchträume (siehe Elektroheizung im Badezimmer). Beispiel: 8 m² × 100 W/m² = 800 Watt; mit einer Reserve landen Sie bei einem Gerät mit 1.000 bis 1.200 Watt – die Reserve ist eine Planungsannahme, keine Vorschrift.
Gartenhaus oder Anbau ohne Dämmung: 20 m² × 140 W/m² = 2.800 Watt, mehr als ein typischer 2.000-Watt-Heizlüfter liefert. Hier lohnt zuerst die Frage nach der Dämmung; mehr im Ratgeber Heizung fürs Gartenhaus.
Dachgeschoss und Dachschräge: Dachflächen verlieren Wärme, besonders im Winter. Der höhere Faktor trifft hier häufiger zu.
Hobbyraum und Keller: Selten genutzte Räume lassen sich zeitweise temperieren – siehe Elektroheizung für den Hobbyraum.
Heizlüfter für große Räume: Was die Rechnung für die Gerätewahl bedeutet
Wer einen großen Raum mit einem steckerfertigen Gerät heizen möchte, stößt schnell an Grenzen: Der Bedarf liegt oft über der Leistung des Geräts, und zwei starke Geräte im selben Stromkreis können die Sicherung auslösen. Praktische Wege sind, nur den genutzten Bereich zu temperieren (etwa eine Sitzecke mit einer Infrarotheizung), die Leistung auf Geräte in verschiedenen Stromkreisen zu verteilen oder zuerst die Dämmung zu prüfen. Welche Bauart zu welchem Einsatz passt, vergleichen Heizlüfter, Infrarotheizungen und Konvektoren. Eine Gegenüberstellung finden Sie in Infrarotheizung oder Heizlüfter und Konvektor oder Heizlüfter.
Infrarotheizung dimensionieren
Infrarotheizungen wärmen vor allem Personen und Flächen, nicht die Luft. Für die Auswahl gelten zwei Anker: Erstens die Herstellerangabe zur empfohlenen Raum- oder Wandfläche pro Modell, zweitens die Gesamtrechnung des Raums wie oben. Wollen Sie nur einen Arbeitsplatz oder eine Sitzecke wärmen, benötigen Sie weniger Leistung als für den ganzen Raum – dann zählt, wie nah das Paneel am Aufenthaltsort hängt. Weichen Herstellerangabe und eigene Rechnung deutlich voneinander ab, gilt im Zweifel die Herstellerangabe. Eine Entscheidungshilfe bietet der Vergleich Infrarotheizung oder Heizlüfter.
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Wattzahl und Stromkreis
Mehr Watt bedeuten mehr Strom: Ein 2.000-Watt-Gerät zieht bei 230 Volt rund 8,7 Ampere. Zwei solche Geräte im selben Stromkreis ergeben rund 17,4 Ampere und überschreiten eine 16-Ampere-Sicherung. Für große Räume ist es daher oft besser, die Leistung auf Geräte in verschiedenen Stromkreisen zu verteilen. Mehr dazu im Ratgeber Sicherung fliegt raus.
Leistung und Stufen
Ein Gerät mit mehreren Heizstufen lässt sich dem Raum anpassen: Auf hoher Stufe heizen Sie schnell an, auf niedriger halten Sie die Temperatur. Dieses Konvektionsgerät bietet laut Titel drei Stufen (0,75 / 1,25 / 2 kW):
Güde Konvektionsheizgerät GKH 2000 (2 kW Heizleistung, 3 Heizstufen (0,75/1,25/2 kW), stufenloser Thermostat, 45 m³ max. Raumheizvermögen, lautlose Konvektionswärme, Überhitzungsschutz, Tragegriffe)
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Preis auf Amazon prüfenCheckliste vor dem Kauf
- Raumfläche gemessen und Dämmzustand eingeschätzt?
- Fensteranteil und Himmelsrichtung berücksichtigt?
- Raumhöhe deutlich über 2,5 Metern? Dann mit Volumen rechnen.
- Heizen Sie den ganzen Raum oder nur einen Platz?
- Passt die Wattzahl zum Stromkreis?
- Thermostat oder Timer vorhanden?
Passende Heizlüfter, Infrarotheizungen und Konvektoren finden Sie in den Kategorien. Steht die Wattzahl fest, berechnen Sie mit dem Ratgeber Stromverbrauch der Elektroheizung berechnen die zu erwartenden Stromkosten.
Von der Wattzahl zu den Stromkosten: ein Beispiel
Ist die Wattzahl bekannt, lassen sich die Stromkosten abschätzen. Beispiel mit angenommenen 0,35 € je kWh: Ein 20-m²-Raum, normal gedämmt, bräuchte nach Richtwert 2.000 Watt. Heizt das Gerät 4 Stunden mit voller Leistung, verbraucht es 2 kW × 4 h = 8 kWh, das sind 2,80 €. Läuft es mit Thermostat nur 60 % der Zeit, sind es 4,8 kWh und 1,68 €. Beide Werte sind Rechenbeispiele mit Annahmen, keine Messwerte; Ihren Strompreis setzen Sie selbst ein. Die vollständige Rechnung mit Tabelle steht im Ratgeber Stromverbrauch einer Elektroheizung berechnen, Ihre eigenen Werte rechnen Sie mit dem Heizkosten-Rechner durch.