Stromkosten bei Elektroheizung senken: Praktische Tipps
Elektroheizungen verbrauchen viel Strom – aber mit den richtigen Maßnahmen senken Sie die Kosten deutlich. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen praktische Tipps zur Kostenoptimierung.
Thermostat
Laufzeit
weniger Heizstunden, je nach Nutzung
Temperatur Senken
Jedes Grad
weniger senkt den Wärmebedarf
Isolierung
Dämmen
senkt den Bedarf dauerhaft
Thermostat installieren: Das wichtigste Sparpotential
Ein Thermostat ist die effektivste Sofortmaßnahme. Es regelt die Heizung automatisch: sobald die Zieltemperatur erreicht ist, schaltet es ab, bei Temperaturfällen wieder an. Dadurch läuft die Heizung nicht ständig auf Vollleistung, sondern nur noch, wenn nötig.
Sparpotential: spürbar, abhängig von Gebäude und Nutzung. Der niedrige Stromverbrauch entsteht dadurch, dass das Gerät intelligent an/ausschaltet. Steckerfertige Thermostate liegen im Einstiegssegment und sind schnell nachgerüstet – Sie stecken sie zwischen Stecker und Steckdose ein.
Für fest installierte Heizungen sollten Sie einen Elektro-Fachbetrieb konsultieren, um ein passendes Thermostatsystem zu wählen.
Temperatur senken: Einfach, aber wirkungsvoll
Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Wärmebedarf des Raums und damit die Laufzeit des Heizgeräts. Um wie viel, hängt von Dämmung, Außentemperatur und Raum ab – eine pauschale Prozentzahl wäre nicht seriös. Der Effekt ist aber messbar: Wer ein Energiekosten-Messgerät zwischen Steckdose und Heizgerät steckt, sieht den Unterschied zwischen 20 °C und 18 °C Wunschtemperatur nach wenigen Tagen in Kilowattstunden.
Empfohlene Temperaturen:
- Wohnzimmer (tagsüber viel genutzt): 20–21°C
- Schlafzimmer: 16–18°C (kühler fördert Schlaf)
- Home Office: 20°C (angenehm, nicht zu warm für Konzentration)
- Nachts in nicht-genutzten Räumen: 14–15°C (nur Grundwärmung)
Zeitplan und Wochenplaner nutzen
Mit digitalen Thermostaten oder separaten Zeitschaltern steuern Sie, wann die Heizung aktiv sein darf:
- Werktags: Mo–Fr 6:00–9:00 Uhr (morgens) und 17:00–22:00 Uhr (abends) – Mittagsheizung nur, wenn Sie zuhause arbeiten
- Wochenende: 8:00–23:00 Uhr flexibel
- Urlaub: Heizung auf Mindesttemperatur (14–15°C) reduzieren
- Nachts: Reduzieren auf 16–17°C oder ausschalten (je nach Raum)
Sparpotential: deutlich, abhängig von Gebäude und Nutzung, weil die Heizung nur läuft, wenn Sie anwesend sind oder zumindest ein Grund für Wärmung besteht.
Schnelle, einfache Maßnahmen
Fenster und Türen abdichten: Luftzug kostet Heizenergie. Butyldichtband oder Dichtungsbürsten an Fenstern und Türen verringern den unkontrollierten Luftaustausch und damit den Wärmeverlust. Kosten: Einstiegssegment pro Fenster/Tür, Selbstmontage.
Vorhänge und Rollläden: Nachts herunterlassen verringert den Wärmeverlust über die Fensterflächen. Am Tag heraufziehen für Sonneneinstrahlung.
Möbel nicht vor Heizung: Wenn ein Heizlüfter oder Konvektor die Luft nicht frei zirkulieren kann (großer Schrank direkt davor), arbeitet er ineffizient. Freiraum schaffen spart Strom.
Regelmäßig lüften, nie auf Kipp: Kurz (5 Minuten) weit öffnen ist besser als stundenlang auf Kipp – die Wärme geht schneller raus, aber die Wände kühlen nicht ab.
Investitionen für längerfristige Ersparnisse
Fenster-Isolierung/Austausch (höheres Preissegment pro Fenster): Neue Fenster mit Dreifachverglasung senken den Wärmeverlust über die Fenster dauerhaft; wie stark, hängt vom Zustand der alten Fenster ab. Lohnt sich, wenn Sie lange bleiben und andere Heizarten ebenfalls nutzen.
Innendämmung (mittleres Preissegment pro m²): Styropor- oder Mineralfaser-Verkleidung auf Außenwänden reduziert Wärmeverlust erheblich. Größere Investition, aber langfristig rentabel.
Smarter Thermostat (Premiumklasse): WLAN-fähige Regler, steuerbar per App, mit Geofencing (Heizung startet, wenn Sie nach Hause fahren). Maximale Automation und Ersparnis.
Betriebsmodus optimieren: Infrarot vs. Konvektor
Infrarotheizungen können sparsamer sein, wenn Sie gezielt nur den Aufenthaltsort wärmen. Mit Konvektoren brauchen Sie höhere Leistung für den ganzen Raum. Die Kombination ist oft ideal: Infrarot zur gezielten Zusatzwärme, ein mobiler Konvektor für Grundwärmung.
Nachtstrom-Tarif nutzen
Wenn Sie einen separaten Nachtstrom-Vertrag haben, ist Strom in den vertraglich festgelegten Nachtstunden günstiger – die Zeiten und der Preisunterschied stehen in Ihrem Vertrag. Ein Wochenplan-Thermostat, der die Heizung hauptsächlich nachts aktiv hat und tagsüber reduziert, nutzt diese Ersparnis aus. Besonders sinnvoll, wenn Sie tagsüber nicht zuhause sind.
Checkliste: Schritt für Schritt sparen
Weitere Tipps zu Thermostaten finden Sie in unserem Heizungs-Zubehör.
Mehr zum Thema: Konvektor oder Heizlüfter, Elektrische Zusatzheizung: Welche passt wohin?
Speziell für Heizlüfter: Heizlüfter sparsam nutzen: Was wirklich hilft.
Mehr zum Thema: Bevor Sie sparen, sollten Sie wissen, was Ihr Gerät pro Stunde verbraucht – die Formel samt Tabelle steht im Ratgeber Elektroheizung Stromverbrauch berechnen. Was Ihre Elektroheizung im Monat kostet, zeigt die Tabelle zum Anpassen im Heizkosten-Ratgeber. Wer nur an einzelnen kühlen Tagen zuheizt, findet in Heizen in der Übergangszeit eine Entscheidungshilfe. Ob Heizlüfter oder Ölradiator günstiger heizt, entscheidet sich nicht an der Bauart, sondern an Leistung und Laufzeit, wie der Vergleich Heizlüfter oder Ölradiator mit Rechenbeispielen zeigt. Warum es keine Direktheizung mit besserem Wirkungsgrad gibt und wo der Verbrauch wirklich entsteht, erklärt der Ratgeber Stromsparende Elektroheizung.