Elektroheizung Stromverbrauch berechnen: Formel, Tabelle, Beispiele
Der Stromverbrauch einer Elektroheizung ergibt sich aus der Leistung in Kilowatt mal den Betriebsstunden: Ein Gerät mit 2.000 Watt nimmt bei voller Leistung 2 kWh pro Stunde auf. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 € je kWh sind das 0,70 € pro Stunde. Wie viele Stunden das Heizelement tatsächlich heizt, hängt von Thermostat, Raum und Außentemperatur ab – deshalb zeigt diese Seite neben der Formel auch, wie Sie Laufzeit und Taktung realistisch ansetzen. Den Strompreis in allen Beispielen ersetzen Sie bitte durch den Arbeitspreis aus Ihrer Stromrechnung.
Grundformel
Leistung (kW) × Stunden × Strompreis
Beispiel: 2 kW, 8 h, 0,35 €/kWh
5,60 €/Tag
Rechenwert, Volllast durchgehend
Hebel
Laufzeit statt Wattzahl
Thermostat und Timer verkürzen die Heizzeit
Die Grundformel: Verbrauch und Kosten
Alle Elektroheizungen werden gleich berechnet. Die Leistung in Kilowatt (kW) steht auf dem Typenschild oder in den Herstellerangaben; 1.000 Watt entsprechen 1 kW.
- Verbrauch (kWh) = Leistung (kW) × Betriebsstunden (h)
- Kosten (€) = Verbrauch (kWh) × Strompreis (€/kWh)
Beispiel: Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt (= 2 kW) läuft acht Stunden mit voller Leistung. Verbrauch: 2 kW × 8 h = 16 kWh. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,35 € je kWh sind das 16 kWh × 0,35 € = 5,60 € am Tag und rund 168 € in 30 Tagen. Den Strompreis in der Rechnung ersetzen Sie bitte durch Ihren eigenen Wert.
Schnellantwort: Verbrauch pro Stunde, Tag und Monat
Die folgende Übersicht rechnet mit durchgehender Volllast und einem angenommenen Strompreis von 0,35 € je kWh. Sie zeigt den theoretischen Höchstwert; ein Gerät mit Thermostat läuft in der Praxis nicht ununterbrochen.
| Leistung | Verbrauch pro Stunde | Kosten pro Stunde | Dauerbetrieb 24 h: Verbrauch | Dauerbetrieb 24 h: Kosten |
|---|---|---|---|---|
| 500 W | 0,5 kWh | 0,18 € | 12 kWh | 4,20 € |
| 1.000 W | 1 kWh | 0,35 € | 24 kWh | 8,40 € |
| 1.500 W | 1,5 kWh | 0,53 € | 36 kWh | 12,60 € |
| 2.000 W | 2 kWh | 0,70 € | 48 kWh | 16,80 € |
| 3.000 W | 3 kWh | 1,05 € | 72 kWh | 25,20 € |
Für einen Monat multiplizieren Sie den Tageswert mit der Zahl der Tage – bei 2.000 Watt und 24 Stunden Volllast an 30 Tagen wären das 1.440 kWh und 504 €. Ein solcher Dauerbetrieb ist ein Rechenextrem und kein Normalfall: Gezielt genutzte Zusatzheizungen laufen meist nur wenige Stunden am Tag.
Watt in kWh umrechnen: der Rechenweg in vier Schritten
- Leistung ablesen. Die Wattzahl steht auf dem Typenschild, in der Anleitung oder – bei Online-Angeboten – im Produkttitel bzw. Datenblatt des Herstellers.
- In Kilowatt umrechnen. Watt geteilt durch 1.000 ergibt Kilowatt: 450 W = 0,45 kW.
- Mit den Stunden multiplizieren. Kilowatt mal Betriebsstunden ergibt Kilowattstunden (kWh).
- Mit dem Strompreis multiplizieren. kWh mal Euro je kWh ergibt die Kosten.
Beispiel mit einem Infrarotheizkörper mit 450 Watt (so eine Leistung nennt der Produkttitel mancher Modelle; maßgeblich ist immer die Herstellerangabe zu Ihrem Gerät): Läuft er 5 Stunden am Tag, sind das 0,45 kW × 5 h = 2,25 kWh. Bei angenommenen 0,35 € je kWh kostet das 0,7875 €, gerundet 0,79 € pro Tag, und bei 30 Tagen 2,25 kWh × 30 = 67,5 kWh, also rund 23,63 €.
Rückwärts funktioniert dieselbe Formel: Wollen Sie wissen, wie lange ein Gerät für ein bestimmtes Budget laufen darf, teilen Sie das Budget durch den Strompreis und das Ergebnis durch die Leistung in Kilowatt. Beispiel: 7 € Budget ÷ 0,35 € je kWh = 20 kWh; 20 kWh ÷ 2 kW = 10 Stunden Volllast.
Tabelle: Kosten nach Leistung
Alle Werte gelten für Volllast und einen angenommenen Strompreis von 0,35 € je kWh; sie sind Rechenwerte, keine Marktpreise.
| Leistung | Pro Stunde | Pro Tag (8 h) | Pro 30 Tage (8 h/Tag) |
|---|---|---|---|
| 1.000 W (1 kW) | 0,35 € | 2,80 € | 84 € |
| 1.500 W (1,5 kW) | 0,53 € | 4,20 € | 126 € |
| 2.000 W (2 kW) | 0,70 € | 5,60 € | 168 € |
| 2.500 W (2,5 kW) | 0,88 € | 7,00 € | 210 € |
| 3.000 W (3 kW) | 1,05 € | 8,40 € | 252 € |
Der Strompreis macht den Unterschied
Für ein 2.000-Watt-Gerät, das acht Stunden täglich 30 Tage mit voller Leistung läuft (480 kWh), ergeben sich je nach Strompreis diese Beträge: bei 0,25 € je kWh 120 €, bei 0,30 € 144 €, bei 0,35 € (Annahme dieser Seite) 168 € und bei 0,40 € 192 €. Wichtig ist der Arbeitspreis in Ihrem Stromvertrag – der Grundpreis bleibt unabhängig vom Verbrauch. Sondertarife, etwa für Wärmepumpen oder Speicherheizungen, können abweichen; maßgeblich ist, was in Ihrem Vertrag steht.
Heizleistung ist nicht gleich Dauerleistung: die Taktung
Die Tabelle rechnet mit durchgehender Volllast. In der Praxis schaltet ein Thermostat das Heizelement ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist, und wieder zu, wenn die Temperatur sinkt. Das Heizelement läuft dann nur einen Teil der Zeit. Rechenbeispiel mit Annahme: Läuft das Heizelement eines 2-kW-Geräts im Mittel nur 60 % der acht Stunden (diese Quote ist eine Annahme, sie hängt von Raum, Dämmung und Außentemperatur ab), sind es 2 kW × 8 h × 0,6 = 9,6 kWh. Bei 0,35 € je kWh sind das 3,36 € am Tag. Wie hoch die tatsächliche Quote ist, zeigt nur eine Messung.
Die Leistungsaufnahme selbst ändert der Thermostat nicht: Während das Heizelement an ist, fließt die volle Wattzahl. Gespart wird nur die Zeit, in der es aus ist – und das gelingt, wenn der Raum die Wärme hält, die Tür geschlossen bleibt und die Wunschtemperatur nicht höher als nötig eingestellt ist.
Heizstufen: Was ein Leistungsumschalter für den Verbrauch bedeutet
Viele Heizlüfter und Konvektoren haben mehrere Heizstufen. Der Produkttitel des Güde Konvektionsheizgeräts GKH 2000 nennt beispielsweise drei Stufen mit 0,75, 1,25 und 2 kW. Während das Heizelement an ist, nimmt das Gerät genau die Leistung der gewählten Stufe auf – nicht weniger und nicht mehr:
- Stufe 1 (0,75 kW) über 6 Stunden: 0,75 × 6 = 4,5 kWh, bei angenommenen 0,35 € je kWh also rund 1,58 €.
- Stufe 2 (1,25 kW) über 6 Stunden: 1,25 × 6 = 7,5 kWh, also rund 2,63 €.
- Stufe 3 (2 kW) über 6 Stunden: 2 × 6 = 12 kWh, also 4,20 €.
Eine niedrigere Stufe senkt also die Leistungsaufnahme je Stunde, heizt den Raum aber auch langsamer auf. Ob die niedrige Stufe für Ihren Raum reicht, hängt von der Raumgröße und Dämmung ab – eine Orientierung gibt der Ratgeber Watt pro Quadratmeter berechnen.
Laufzeitquote abschätzen: drei Rechenfälle für ein 2-kW-Gerät
Wie lange das Heizelement im Mittel tatsächlich heizt, lässt sich ohne Messung nur annehmen. Die folgenden Quoten sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Messwerte: 2 kW, 8 Stunden Einschaltzeit, angenommene 0,35 € je kWh.
| Angenommene Laufzeitquote des Heizelements | Verbrauch | Kosten pro Tag |
|---|---|---|
| 40 % | 2 kW × 8 h × 0,4 = 6,4 kWh | 2,24 € |
| 60 % | 2 kW × 8 h × 0,6 = 9,6 kWh | 3,36 € |
| 80 % | 2 kW × 8 h × 0,8 = 12,8 kWh | 4,48 € |
| 100 % (Volllast) | 2 kW × 8 h = 16 kWh | 5,60 € |
Je schlechter ein Raum die Wärme hält, desto höher fällt die Quote tendenziell aus – eine verlässliche Zahl für Ihren Raum liefert nur die Messung mit einem Energiekosten-Messgerät (siehe unten).
Verbrauch pro Monat bei 2, 4 und 6 Stunden täglich
Wer sein Gerät nur zeitweise einschaltet, braucht keine 24-Stunden-Werte. Die Tabelle zeigt den Verbrauch über 30 Tage bei durchgehender Volllast in den eingeschalteten Stunden; Strompreis wieder als Annahme 0,35 € je kWh. Mit Thermostat fallen die tatsächlichen Werte meist niedriger aus, weil das Heizelement zwischendurch abschaltet.
| Leistung | 2 h täglich | 4 h täglich | 6 h täglich |
|---|---|---|---|
| 1.000 W | 60 kWh / 21,00 € | 120 kWh / 42,00 € | 180 kWh / 63,00 € |
| 1.500 W | 90 kWh / 31,50 € | 180 kWh / 63,00 € | 270 kWh / 94,50 € |
| 2.000 W | 120 kWh / 42,00 € | 240 kWh / 84,00 € | 360 kWh / 126,00 € |
Ablesebeispiel: Ein Heizlüfter mit 1.500 Watt, der täglich vier Stunden läuft, kommt rechnerisch auf 1,5 kW × 4 h = 6 kWh am Tag und 180 kWh in 30 Tagen. Wer zwei Geräte in zwei Räumen betreibt, rechnet jedes für sich und addiert: 2 kW × 3 h = 6 kWh im Wohnzimmer plus 1 kW × 2 h = 2 kWh im Schlafzimmer ergeben 8 kWh am Tag, bei angenommenen 0,35 € je kWh also 2,80 € täglich.
Verbrauch am Stromzähler ablesen: so geht es ohne Messgerät
Haben Sie kein Energiekosten-Messgerät zur Hand, können Sie den Verbrauch eines Heizgeräts auch am Wohnungszähler bestimmen. Das Ergebnis ist ungenauer als eine Steckdosenmessung, weil andere Verbraucher im Haushalt mitlaufen, liefert aber eine brauchbare Größenordnung.
- Schalten Sie möglichst viele andere Verbraucher aus oder rechnen Sie mit gleichbleibendem Grundverbrauch (Kühlschrank und Router laufen weiter).
- Notieren Sie den Zählerstand in kWh, bevor Sie das Heizgerät einschalten.
- Lassen Sie das Gerät eine feste Zeit laufen, zum Beispiel zwei Stunden bei normaler Thermostateinstellung.
- Lesen Sie den Zählerstand erneut ab. Die Differenz ist der Verbrauch in diesem Zeitraum, einschließlich des Grundverbrauchs.
Beispiel mit angenommenen Zahlen: Ein Zähler steht vorher bei 12.345,6 kWh und nach zwei Stunden bei 12.349,0 kWh. Die Differenz von 3,4 kWh enthält den Hintergrundverbrauch; bei einem Heizgerät mit 2 kW wären bei durchgehender Volllast 4 kWh zu erwarten, der Wert von 3,4 kWh würde also auf ein getaktetes Heizelement hindeuten. Wiederholen Sie die Messung an einem kälteren und an einem milderen Tag, um zu sehen, wie stark die Außentemperatur die Laufzeit verändert.
Verbrauch selbst messen
Ein Energiekosten-Messgerät, das zwischen Steckdose und Heizgerät gesteckt wird, zeigt die tatsächlich verbrauchten Kilowattstunden und – bei vielen Geräten – die Kosten bei Ihrem Strompreis. Prüfen Sie vorher, dass das Messgerät für die Leistung Ihres Heizgeräts zugelassen ist; die maximale Belastung steht in dessen Anleitung. Die Messung nach einer Woche gibt Ihnen realistische Werte für Ihre Wohnung, nicht nur Rechenbeispiele.
Häufige Rechenfehler
- Watt und Kilowattstunden verwechseln. Watt (W) beschreibt die Leistung in diesem Moment, Kilowattstunden (kWh) die über die Zeit verbrauchte Energie. Abgerechnet wird in kWh.
- Volllast mit Dauerbetrieb gleichsetzen. Die Wattzahl auf dem Typenschild gilt für den Moment, in dem das Heizelement an ist. Mit Thermostat schaltet es zwischendurch ab.
- Den Grundpreis mitrechnen. Der Grundpreis Ihres Stromvertrags fällt unabhängig vom Verbrauch an; für die Zusatzkosten eines Geräts zählt nur der Arbeitspreis je kWh.
- Mehrere Geräte vergessen. Laufen zwei Geräte gleichzeitig, addieren sich Leistung und Verbrauch. Zusätzlich addiert sich die Belastung des Stromkreises: 2 kW und 1,5 kW zusammen sind 3,5 kW, bei 230 Volt rund 15 Ampere – nahe an einer 16-Ampere-Sicherung. Hinweise dazu im Ratgeber Sicherung fliegt raus.
- Rechenwerte als Marktpreise lesen. Die Beispiele auf dieser Seite nutzen einen angenommenen Strompreis. Ihr Tarif kann höher oder niedriger liegen.
Beispiel Heizperiode
Ein Gästezimmer wird in der Heizperiode im Mittel vier Stunden am Tag mit einem 2-kW-Gerät beheizt. Annahmen: 150 Heizperiodentage, 0,35 € je kWh, Volllast. Verbrauch: 2 kW × 4 h × 150 = 1.200 kWh, Kosten 420 €. Die Zahl zeigt, warum sich Zusatzheizungen vor allem für kurze Nutzung eignen. Welche Gerätetypen in Frage kommen, ordnet der Ratgeber Elektrische Zusatzheizung ein.
Zusatzheizung oder Zentralheizung: Wie Sie das Ergebnis einordnen
Ein Verbrauchswert in kWh sagt noch nicht, ob sich ein Gerät lohnt. Dafür hilft der Vergleich mit dem, was Sie sonst heizen würden: Für einzelne Räume oder kurze Zeiträume kann das gezielte Zuheizen sinnvoll sein, für mehrere Räume über Tage meist nicht. Wie sich direkte Stromheizung und Wärmepumpe grundsätzlich unterscheiden, ordnet der Ratgeber Wärmepumpe vs. Elektroheizung ein; für die Übergangszeit hilft Übergangszeit heizen. Wer seine Laufzeiten senken möchte, findet Ansatzpunkte unter Stromkosten bei Elektroheizung senken und Thermostat für Elektroheizung.
Welche Leistung brauche ich?
Der Stromverbrauch hängt von der Wattzahl ab, und die wiederum vom Raum: Größere, schlechter gedämmte Räume brauchen mehr Leistung. Eine Orientierung gibt der Ratgeber Watt pro Quadratmeter berechnen. Zu Gerätetypen und Einsatzorten helfen außerdem Keramik-Heizlüfter: Vorteile und Nachteile und Konvektor oder Heizlüfter. Löst Ihre Sicherung bei hoher Leistung aus, lesen Sie Sicherung fliegt raus.
Laufzeit verkürzen: Steckdosen-Thermostat
Hat Ihr Heizgerät keinen eigenen Thermostat oder keinen Timer, kann ein Steckdosen-Thermostat die Laufzeit begrenzen. Er schaltet das angeschlossene Gerät nach Temperatur oder Zeitplan. Wichtig: Die zulässige Schaltleistung muss mindestens der Leistung Ihres Heizgeräts entsprechen – prüfen Sie die Angaben beider Hersteller.
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Mehr Zubehör finden Sie unter Heizungszubehör. Für eine Gesamtschau aller Geräte nutzen Sie unseren Heizkosten-Rechner; weitere Sparmaßnahmen stehen im Ratgeber Stromkosten bei Elektroheizung senken.
Steht bei Ihnen mehr an als eine Zusatzheizung? Wenn die zentrale Heizungsanlage in die Jahre gekommen ist, führt an einer grundsätzlichen Entscheidung nichts vorbei — unser Fahrplan Heizung erneuern bringt die Schritte in die richtige Reihenfolge.
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