Infrarotheizung vs. Konvektor: Welche Elektroheizung passt zu mir?
Beide sind elektrische Zusatzheizungen, aber sie wärmen auf unterschiedliche Weise. Hier steht, was das im Alltag bedeutet und für welchen Raum welche Bauart sinnvoll ist.
Kurzantwort: Strahlung für den Platz, Konvektion für den Raum
Wer sich überwiegend an einer Stelle aufhält, etwa am Schreibtisch, auf dem Sofa oder im Bad, spürt die Wärme einer Infrarotheizung fast sofort, weil die Strahlung direkt auf den Körper trifft. Wer dagegen einen ganzen Raum auf eine gleichmäßige Temperatur bringen und halten will, ist mit einem Konvektor meist näher an dem, was er erwartet. Beides sind elektrische Zusatzheizungen, beide wandeln Strom praktisch vollständig in Wärme um. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Gerät „effizienter“ ist, sondern welche Art von Wärme zu Ihrer Nutzung passt.
So funktionieren die beiden Heizarten
Eine Infrarotheizung gibt Strahlungswärme ab, ähnlich wie die Sonne an einem klaren Wintertag. Die Strahlung erwärmt Körper, Möbel und Wandflächen, die Raumluft wird eher nebenbei warm. Ein Konvektor erwärmt dagegen zuerst die Luft, die an einem Heizelement vorbeistreicht, aufsteigt und im Raum zirkuliert. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Lufttemperatur, aber auch eine etwas längere Anlaufzeit, bis ein kühler Raum insgesamt spürbar wärmer wird.
Daraus folgt ein Unterschied, der im Alltag mehr zählt als jede Typenbezeichnung: Strahlungswärme fühlt sich direkt im Strahlungsbereich warm an, auch wenn die Luft noch kühl ist. Konvektorwärme fühlt sich erst dann angenehm an, wenn die Luft tatsächlich wärmer geworden ist. Wer oft lüftet oder in einem Raum mit ständig offener Tür sitzt, merkt das deutlicher als jemand in einem geschlossenen, gut gedämmten Zimmer.
Direkter Vergleich nach Kriterien
| Kriterium | Infrarotheizung | Konvektor |
|---|---|---|
| Wärmeübertragung | Strahlung auf Körper und Flächen | Erwärmte Luft, die im Raum zirkuliert |
| Gefühl nach dem Einschalten | Wärme im Strahlungsbereich fast sofort spürbar | Raum wird erst nach und nach wärmer |
| Verteilung im Raum | Stark abhängig von Standort und Ausrichtung | Gleichmäßiger, auch in Ecken |
| Luftbewegung | Kaum Umwälzung | Spürbare Zirkulation, bei Staub nicht ideal |
| Oberfläche im Betrieb | Paneele werden deutlich heiß, Berührungsschutz beachten | Gehäuse je nach Modell moderat bis warm |
| Montage | Wand, Decke oder Standfuß | Meist Standfüße, teils Wandhalterung |
| Eignung für kurze Nutzung | Gut, weil der Effekt sofort eintritt | Weniger, der Raum braucht Zeit |
Stromverbrauch: gleiche Leistung, gleicher Verbrauch
Bei gleicher Nennleistung und gleicher Laufzeit nehmen beide Geräte dieselbe Menge Strom auf. Rechenbeispiel: 2 kW Leistung über 8 Stunden bei dauerhaft voller Leistung ergeben 16 kWh pro Tag, rund 480 kWh in 30 Tagen. Multiplizieren Sie diesen Wert mit Ihrem eigenen Arbeitspreis pro Kilowattstunde, dann haben Sie die Obergrenze. In der Praxis laufen Geräte mit Thermostat nicht ununterbrochen auf voller Leistung, der tatsächliche Verbrauch liegt deshalb meist darunter.
Ein Unterschied entsteht erst durch die Nutzung. Eine Infrarotheizung, die nur während der zwei Stunden am Schreibtisch läuft, braucht weniger Strom als ein Konvektor, der den ganzen Nachmittag einen Raum auf Temperatur hält. Umgekehrt verliert dieser Vorteil an Gewicht, sobald sich mehrere Personen im Raum bewegen und die ganze Fläche warm sein soll. Wie Sie den Verbrauch für Ihren Fall berechnen, steht im Ratgeber Elektroheizung Stromverbrauch berechnen, die Kostenseite der Infrarotvariante beleuchtet Infrarotheizung Stromverbrauch und Kosten.
Welche Heizart für welchen Raum?
- Arbeitszimmer und Schreibtisch: Eine Infrarotheizung, die auf den Sitzplatz ausgerichtet ist, wärmt Oberkörper und Beine, ohne dass der ganze Raum auf Temperatur gebracht werden muss. Beim Positionieren hilft Infrarotheizung richtig positionieren.
- Wohnzimmer, in dem die Familie abends zusammensitzt: Hier bringt ein Konvektor gleichmäßigere Wärme, besonders wenn die Sitzplätze verteilt sind.
- Bad: Kurze Nutzung und der Wunsch nach schneller Wärme sprechen für Strahlung. Spritzwasserschutz und Schutzbereiche sind aber Pflicht, siehe Elektroheizung im Badezimmer.
- Gartenhaus, Werkstatt, Hobbyraum: Selten genutzte, schlecht gedämmte Räume brauchen entweder viel Leistung für die Raumluft oder punktuelle Strahlung am Arbeitsplatz. Mehr dazu in Heizung fürs Gartenhaus und Elektroheizung für den Hobbyraum.
- Hauptheizung einer ganzen Wohnung: Das ist ein eigenes Thema mit Kosten- und Planungsfragen, behandelt in Infrarotheizung als Hauptheizung.
Die Raumgröße zuerst prüfen
Bevor Sie sich für eine Bauart entscheiden, klären Sie, welche Leistung der Raum überhaupt braucht. Als grobe Orientierung dient die Fläche, ergänzt um Dämmung, Fensteranteil und Deckenhöhe. Eine Rechenhilfe liefert Watt pro Quadratmeter berechnen. Ein zu schwaches Gerät läuft dauerhaft am Limit, ein zu starkes taktet häufig. In beiden Fällen ist die Entscheidung zwischen Strahlung und Konvektion zweitrangig gegenüber einer sauberen Dimensionierung.
Typische Fehler bei der Entscheidung
- Strahlungsschatten ignorieren: Möbel, Vorhänge oder Personen schirmen Infrarotstrahlung ab. Steht das Paneel hinter dem Sofa oder hinter einem Schrank, kommt vom Effekt wenig an.
- Konvektor in die Nische stellen: Fehlender Abstand zu Wand und Möbeln behindert den Luftstrom. Im Zweifel gilt die Mindestabstandsangabe der Bedienungsanleitung.
- Mit Wunschwerten statt Leistungsangaben rechnen: Die Nennleistung steht auf dem Typenschild, nicht im Werbetext.
- Beides gleichzeitig laufen lassen: Zwei Geräte addieren ihren Verbrauch. Als Kombination sinnvoll ist, den Konvektor für die Grundtemperatur nur moderat einzustellen und die Infrarotheizung nur dort zuzuschalten, wo Sie wirklich sitzen.
- Die Sicherheitsfragen vergessen: Unabhängig von der Bauart gilt: nicht abdecken, keine Wäsche trocknen, Steckdose und Verlängerungskabel nicht überlasten. Praktische Hinweise stehen in Elektroheizung sicher betreiben.
Entscheidungshilfe in drei Fragen
- Halte ich mich überwiegend an einem festen Platz auf? Dann spricht viel für Infrarot.
- Soll der gesamte Raum gleichmäßig temperiert sein, etwa weil mehrere Menschen darin leben und arbeiten? Dann ist der Konvektor naheliegender.
- Möchte ich ein Gerät, das ich flexibel in verschiedene Räume tragen kann? Dann zählen Gewicht, Standfuß und Kabellänge mehr als die Bauart.
Beide Kategorien finden Sie in unseren Übersichten Infrarotheizungen und Konvektoren. Wenn auch ein klassischer Heizlüfter oder ein Ölradiator infrage kommt, helfen die Gegenüberstellungen Infrarotheizung oder Heizlüfter, Konvektor oder Heizlüfter und Konvektor oder Ölradiator weiter.
Mehr zum Thema: Falls Sie auf Carbon-Heizelemente stoßen: Carbon-Infrarotheizung und andere Bauformen erklärt, was die Bauform ändert und was nicht.